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Posts Tagged ‘Karl Gottfried Ritter von Leitner’

Dietrich Fischer-Dieskau (28 May 1925 – 18 May 2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Franz Peter Schubert (31 January 1797 – 19 November 1828)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An die Entfernte

So hab ich wirklich dich verloren?                  
Bist du, o [Schöne]1, mir entflohn?
Noch klingt in den gewohnten Ohren
Ein jedes Wort, ein jeder Ton.

 

So wie des Wandrers Blick am Morgen
Vergebens in die Lüfte dringt,
Wenn, in dem blauen Raum verborgen,
Hoch über ihm die Lerche singt:

 

So dringet ängstlich hin und wieder
Durch Feld und Busch und Wald mein Blick;
Dich rufen alle meine Lieder;
O komm, Geliebte, mir zurück.

Johann Wolfgang von Goethe
(28 August 1749 – 22 March 1832)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

To the Distant One                                    

So have I truly lost you?
Have you, o fair one, fled from me?
Yet still I can hear in my accustomed ears
Every word, every tone of your voice.

Just as the wanderer’s gaze in the morning
Searchingly pierces the heavens in vain
When, concealed in the blue expanse
High above, the lark sings to him:

So does my gaze anxiously search here and there,
Through field and bush and forest,
Singing to you through all my songs,
O come, my darling, back to me!

Translation from German to English copyright © Emily Ezust

 

 

Der Jüngling an der Quelle

Leise rieselnder Quell!                        
Ihr wallenden flispernden Pappeln!
Euer Schlummergeräusch
Wecket die Liebe nur auf.

 

 

 

 

Linderung sucht’ ich bei euch
Und sie zu vergessen, die Spröde.
Ach, und Blätter und Bach
Seufzen, [Luise] Dir nach!

Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis
(December 26 1762 – January 29 1834)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

The Youth and the Spring

Softly rippling spring!                           
Ye wind-toss’d and rustling poplars!
Thy whispered sounds of slumber
Do but waken my love.

‘Twas comfort I’d sought from thee,
And her coldness I’d thought to forget;
Ah, and yet brook and leaves
Still sigh, Louise, for thee!
Louise! Louise!


English version ©2010, E. Lein

 

 

 

 

Nachtgesang

O gib, vom weichen Pfühle,     
Träumend, ein halb Gehör!
Bei meinem Saitenspiele
Schlafe! was willst du mehr?

 

 

Bei meinem Saitenspiele
Segnet der Sterne Heer
Die ewigen Gefühle;
Schlafe! was willst du mehr?

 

 

Die ewigen Gefühle
Heben mich, hoch und hehr,
Aus irdischem Gewühle;        
Schlafe! was willst du mehr?

 

Vom irdischen Gewühle
Trennst du mich nur zu sehr,
Bannst mich in deine Kühle;
Schlafe! was willst du mehr?

 

 

Bannst mich in diese Kühle,
Gibst nur im Traum Gehör.
Ach, auf dem weichen Pfühle
Schlafe! was willst du mehr?

Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten,
(February 1 1758 – October 26 1818)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Night Singing

O give, dreaming from your soft pillow,
half an ear to me!
To my lute’s playing
you sleep! what more do you want?

 

To my lute’s playing
the set of stars blesses
eternal feelings;
you sleep! what more do you want?

 

Those eternal feelings
lift me sublimely high,
away from the earthly crowd;
you sleep! what more do you want?

 

Away from the earthly crowd
you sever me only too abruptly,
entrance me in this cool place;
you sleep! what more do you want?

 

You entrance me in this cool place,
give me your ear only in your dreams.
Ah, on your soft pillow
you sleep! what more do you want?

 

 

Translation from German to English copyright © Emily Ezust

 

 

 

 

Der Winterabend

Es ist so still, so heimlich um mich.                        
Die Sonn ist unten, der Tag entwich.
Wie schnell nun heran der Abend graut.
Mir ist es recht, sonst ist mir’s zu laut.
Jetzt aber ist’s ruhig, es hämmert kein Schmied,
Kein Klempner, das Volk verlief, und ist müd.
Und selbst, daß nicht rassle der Wagen Lauf,
Zog Decken der Schnee durch die Gassen auf.

Wie tut mir so wohl der selige Frieden!
Da sitz ich im Dunkel, ganz abgeschieden.
So ganz für mich. Nur der Mondenschein
Kommt leise zu mir ins Gemach [herein]1.
Er kennt mich schon und läßt mich schweigen.
Nimmt nur seine Arbeit, die Spindel, das Gold,
Und spinnet stille, webt, und lächelt hold,
Und hängt dann sein schimmerndes Schleiertuch
Ringsum an Gerät und Wänden aus.

Ist gar ein stiller, ein lieber Besuch,         
Macht mir gar keine Unruh im Haus.
Will er bleiben, so hat er Ort,
Freut’s ihn nimmer, so geht er fort.

Ich sitze dann stumm in Fenster gern,
Und schaue hinauf in Gewölk und Stern.
Denke zurück, ach weit, gar weit,
In eine schöne, verschwundne Zeit.
Denk an sie, an das Glück der Minne,
Seufze still und sinne, und sinne.

Karl Gottfried Ritter von Leitner (November 18, 1800 – June 20, 1890)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Winter Evening

It is so still and secret around me;                                    
The sun has set, the day is gone.
How quickly now the evening grows gray!
It’s fine with me: the day is too noisy for me.
Now though, it is quiet: no blacksmith is hammering,
no tinsmith; the people have gone away, weary.
And, so that the wagons don’t rattle on their way,
a blanket of snow has covered the streets.

How well I like this blissful peace!
Here I sit in the dark, entirely isolated.
So complete in myself. Only the moonlight
Comes softly into my room.
It knows me well, and allows me to be quiet.
It only takes up its work, the spindle, the gold,
And spins and weaves, smiling kindly,
And then it hangs its shimmering veil
about the furniture and walls;


It is a quiet, dear visitor,
Making no disturbance in the house.
If it wishes to remain, there is room;
If it does not like it here, then it goes away.

 

I sit then at the window, gladly silent,
and watch the clouds and stars outside.
I think back, alas, far, far back,
to a lovely, vanished time.
I think on it, on the happiness of love,
And sigh quietly, thinking and feeling.

 

 

 

 

 Sei Mir Gegrüßt

O du Entrißne mir und meinem Kusse,        
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!
Erreichbar nur meinem Sehnsuchtsgruße,
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

 

Du von der Hand der Liebe diesem Herzen
Gegebne, du von dieser Brust
Genommne mir! mit diesem Tränengusse
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

 

Du von der Hand der Liebe diesem Herzen
Gegebne, du von dieser Brust
Genommne mir! mit diesem Tränengusse
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

 

Wie du mir je im schönsten Lenz der Liebe  
Mit Gruß und Kuß entgegenkamst,
Mit meiner Seele glühendstem Ergusse
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

 

Ein Hauch der Liebe tilget Räum’ und Zeiten,
Ich bin bei dir, du bist bei mir,
Ich halte dich in dieses Arms Umschlusse,
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

 

Karl Gottfried Ritter von Leitner (November 18, 1800 – June 20, 1890)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

I Greet You

O you, who have been snatched from me and my kiss,
I greet you, I kiss you!
Reached only by my yearning greetings,
you I greet, you I kiss!

 

You, given by the hand of love to this heart,
you, who from my breast
have been taken! With these flooding tears
I greet you, I kiss you.

 

Defying the distance that fiendishly separates us
and lies between you and me –
to irritate the envious powers of fate,
I greet you, I kiss you!

 

Just as you always did in the fairest spring-time of love,
coming to greet me with a kiss,
so now, with my soul a glowing flood,
I greet you, I kiss you!

 

A breath of love erases space and time;
I am with you, you are with me,
I hold you in these arms, embracing you;
I greet you, I kiss you!

 

 

Translation from German to English copyright © Emily Ezust

 

 

 

 
Das Lied im Grünen


Ins Grüne, ins Grüne,                                              
Da lockt uns der Frühling, der liebliche Knabe,
Und führt uns am blumenumwundenen Stabe
Hinaus, wo die Lerchen und Amseln so wach,
In Wälder, auf Felder, auf Hügel zum Bach,
Ins Grüne, ins Grüne.

Im Grünen, im Grünen,
Da lebt es sich wonnig, da wandeln wir gerne
Und heften die Augen dahin schon von ferne,
Und wie wir so wandeln mit heiterer Brust,
Umwallet uns immer die kindliche Lust,
Im Grünen, im Grünen.

Im Grünen, im Grünen,
Da ruht man so wohl, empfindet so Schönes,
Und denket behaglich an dieses und jenes,
Und zaubert von hinnen, ach, was uns bedrückt,
Und alles herbei, was den Busen entzückt,
Im Grünen, im Grünen.

Im Grünen, im Grünen,
Da werden die Sterne so klar wie die Weisen
Der Vorwelt zur Leitung des Lebens uns preisen,
Da streichen die Wölkchen so zart uns dahin,
Da heitern die Herzen, da klärt sich der Sinn
Im Grünen, im Grünen.

Im Grünen, im Grünen,
Da wurde manch Plänchen auf Flügeln getragen,
Die Zukunft der grämlichen Ansicht entschlagen,
Da stärkt sich das Auge, da labt sich der Blick,
Sanft wiegen die Wünsche sich hin und zurück
Im Grünen, im Grünen.                                              

Im Grünen, im Grünen,
Am Morgen am Abend in traulicher Stille
Da wurde manch Liedchen und manche Idylle,*
Gedichet, gespielt, mit Vergnügen und Schmerz*
Denn leicht ist die Lockung, empfänglich das Herz
Im Grünen, im Grünen.

O gerne im Grünen
Bin ich schon als Knabe und Jüngling gewesen
Und habe gelernt und geschrieben, gelesen
Im Horaz und Plato, dann Wieland und Kant,
Und glühenden Herzens mich selig genannt,
Im Grünen, im Grünen.

Ins Grüne, ins Grüne,
Laßt heiter uns folgen dem freundlichen Knaben.
Grünt eins uns das Leben nicht förder, so haben
Wir klüglich die grünende Zeit nicht versäumt,
Und wann es gegolten, doch glücklich geträumt,
Im Grünen, im Grünen

In lieu of an image of Johann Anton Friedrich Reil (February 2 1773 – July 22 1843)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

The Song of the Greenwood                      

To the greenwood!
That darling youth, Spring, invites us,
leading us on with his flower-decked staff
to where the larks and thrushes sing,
to the woods, the fields, the hills, the brook-
to the greenwood!
In the greenwood
life is bliss, and we love to roam;
even from a distance our eyes are fixed on it.
As we wander there with merry hearts,
a childlike pleasure surrounds our hearts,
in the greenwood!
In the greenwood
where our rest is so sweet, and our feelings so fine;
where we gently muse on this and that,                     
our cares are charmed away,
and the heart rejoices,
in the greenwood!
In the greenwood
how bright shine the stars,
those guiding lights of the wise men of old;
the little clouds drift gently by,
our hearts are light, our senses clear,
in the greenwood!
In the greenwood
our little plans and ideas take wing
and the future looks bright.
Our eyes are refreshed and our gaze serene,
we dally with our fancies,
in the greenwood!                                                        
In the greenwood,
in the intimate stillness of morning and evening,
how many songs and poems have been born,
and Hymen often crowns the poetic pleasure
for light is the spirit and the heart is willing
in the greenwood!
In the greenwood
I loved to be as a young boy
and I learned, and wrote, and read
Horace and Plato, later Wieland and Kant,
and with glowing heart counted myself blessed
in the greenwood.
To the greenwood
let us gladly follow the friendly lad.
Though one day life will no longer be green,
we will not have wasted the green years,
we at least will have enjoyed our dreams while they lasted
in the greenwood.

In Memorium: Dietrich Fischer-Dieskau (28 May 1925 – 18 May 2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://www.guardian.co.uk/music/2012/may/18/dietrich-fischer-dieskau

http://www.npr.org/2012/05/23/153380639/remembering-baritone-dietrich-fischer-dieskau

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